Wahnsinn, Verzweiflung und Trauer auf der Bühne

Operntheater Galati zeigte vor 800 Zuschauern am Dienstag in der Dreiländerhalle „Nabucco“

Ihre Stimmen erheben sich laut. Die Hebräer, Männer und Frauen in langen Gewändern, singen sich ihre Angst von Leibe. Das Operntheater Galati entführte die 800 Zuschauer von Verdis „Nabucco“ in der Dreiländerhalle in die fremde und schillernde Welt der Babylonier.

Schmerz, Verzweiflung, das Wissen um die Irrungen des menschlichen Wesens – all das vermitteln die 130 Mitwirkenden. Triumphierend und stolz – so präsentiert sich Abigail, die vermeintliche Tochter des Nabucco. Rosseiia Redoglias dramatischer Sopran verleiht dieser Schüsselfigur der Oper die nötige Beachtung.

Sylwester Kostecki sang den Part des Ismael in der Aufführung von „Nabucco“.
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Ein Blitzstrahl trifft Nabucco und schleudert ihm die Krone aus der Hand. Nabucco wird wahnsinnig. Eindrucksvoll spielt Carlo Cantoni diesen Wahnsinn, windet sich auf dem Boden. Nabucco versinkt in völliger geistiger Umnachtung, unterschreibt sogar das Todesurteil für die eigene Tochter.

Rosseiia Redoglia und Carlo Cantoni sind die richtige Besetzung: Sie verkörpert die triumphierende Abigail, die die Macht des Nabucco gebrochen hat, er ist dagegen das Sinnbild des gebrochenen Mannes, der sich im weinroten Umhang der Abigail zu Füßen wirft. Trotz der Tragik bleibt die Musik, wie bei Verdi typisch, fröhlich und zuversichtlich. Das größtenteils aus Polen stammende Orchester unter der Leitung von Kunc Warcislaw spielt und lässt den Zuhörer dabei Zeit und Raum vergessen.